Fr
09
Okt
2009
Kann ein Autodidakt ein Künstler sein?
Heute stellte sich mal wieder die Frage, ob man als Autodidakt ein (echter, ernstzunehmender ...) Künstler sein kann.
Eine kurze Befragung der Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Autodidakt) bringt das Ergebnis:
"Ein Autodidakt (v. griech. „selbst“ „lehren“) ist jemand, der sich autodidaktisch (d. h. im Selbststudium) eine Bildung auf hohem Niveau aneignet. Anders als der Dilettant, der sein dem
Autodidakten gegenüber meist geringeres Wissen zwar auch autodidaktisch erworben haben kann, strebt der Autodidakt in der Regel eine professionelle Anwendung seines Wissens an und mitunter auch
dessen gesellschaftliche Anerkennung.
Nicht formales Lernen Lernen, das nicht in Bildungs- oder Berufsbildungseinrichtung stattfindet und üblicherweise nicht zur Zertifizierung führt. Gleichwohl ist es systematisch (in Bezug auf
Lernziele, Lerndauer und Lernmittel). Aus Sicht der Lernenden ist es zielgerichtet.
Informelles Lernen bezeichnet ein Lernen in Lebenszusammenhängen, das ursprünglich vor allem als ein Lernen außerhalb des formalen Bildungswesens (z. B. Schulen) angesehen wurde. Seit den 1990er
Jahren hat die Diskussion zum informellen Lernen stetig an Bedeutung gewonnen und wird aktuell in fast allen pädagogischen Bereichen thematisiert."
Nicht dass ich mich mit ihnen vergleichen wollte, doch Vincent van Gogh oder Max Ernst haben wohl bewiesen, dass sein kann, was heute eher ungern gesehen wird. Warum? Weil man sich auf sein
eigenes Urteil verlassen müsste? Weil Schubladen, Marktwertbestimmung etc., nicht funktionieren?
Ich verstehe, dass es darum geht, eine Vorauswahl zu treffen. Hobbykünstler, die sich teils eher betätigen, da der Nimbus des "Künstlers" so schick klingt, von vornherein auszusortieren. Durchaus auch im Interesse der kunstinteressierten Zielgruppe. Doch ein Kunststudium als Hauptauswahlkriterium anzulegen, halte ich für kontraproduktiv.
Viele meiner autodidaktisch arbeitenden Kollegen sind für mich wahre Künstler, manche gar echte Meister. Und einige der studierten Kollegen sind für mich allenfalls gute Handwerker, die erlernte Techniken teils perfekt umsetzen, aber keinen eigenen Stil entwickelt haben.
Weitere bekannte Autodidakten, auf die ich bei meiner Recherche gestoßen bin:
Bill Traylor, Francis Bacon, Jean Michelle Basquiat, Emma Cotta, Ernst Ludwig Kirchner, Henry Miller, Ruben Talberg, Joachim Ringelnatz, Albert Einstein, Jimi Hendrix, Abraham Lincoln, Malcolm X,
Elvis Presley, Johann Wolfgang von Goethe, Rainer Werner Fassbinder, Brüder Grimm, Jean-Jaque Rousseau, Theodor Storm, François Truffaut, Georg Philipp Telemann u..v.a
1 Kommentar
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#1
Hallo.
Für mich steht zumindest fest, dass sich diejenigen, die sich diese Frage stellen sollten, es am wenigsten tun und umgekehrt. Hobbykünstler zu sein, hat für mich etwas mit der Einstellung zur Kunst zu tun. Und so gibt es für mich auch unter den studierten Künstlern Hobbykünstler.
Die Werke im Katalog auf Seite 7 und 9 sind toll...unter anderem.
Weiterhin viel Erfolg !

